Die Kirche St. Hedwig ist ein moderner Betonbau (1966/67). Sie wurde durch den Karlsruher Architekten Friedrich Zwingmann geplant und gebaut. Die Ausgestaltung verdankt die Kirche dem Künstler Emil Wachter. Kirche und Gemeindezentrum stehen als Gesamtkunstwerk unter Denkmalschutz. Die Einladung über einer der Kirchentüren "Tritt ein, du wirst erwartet" bringt das Selbstverständnis der Engagierten zum Ausdruck. Chöre und Musikgruppen bereichern die Gottesdienste.
Das Geläut
Die Pfarrkirche St. Hedwig in der Karlsruher Waldstadt verfügt über ein insgesamt vierstimmiges Geläut. Die große Glocke 1 wurde im Jahr 1981 von der Heidelberger Glockengießerei zu den drei aus der Kath. Kirche in Fautenbach stammenden Glocken der Gießerei Hamm, Frankenthal hinzugegossen. weiter ...
Karlsruhe-Waldstadt. Das lichte Blau und Grau des Außenanstrichs der Kirche mit dem freistehenden Glockenturm, der heitere, fast südlich anmutende Charakter der Anlage mit ihren Innenhöfen lassen den Besucher gerne der Einladung über dem Nordeingang „Tritt ein, du wirst erwartet“ folgen. Der moderne Kirchenbau wurde von 1966 bis 67 als reiner Betonbau erstellt und 1993 im Zuge einer notwendig gewordenen Sanierung im Innen- und Außenbereich farbig gestaltet. Der Karlsruher Architekt Friedrich Zwingmann plante und baute die Kirche, der Künstler Professor Emil Wachter gestaltete sie aus. Als Patronin wählte man die aus dem bayrischen Andechs stammende Sankt Hedwig, die als Herzogin von Schlesien viel Gutes tat und schon zu ihrer Zeit als Fürbitterin für den Frieden zwischen Ost und West verehrt wurde. Sie erinnerte die vielen aus den ehemaligen Ostgebieten stammenden Waldstädter an ihre alte Heimat und vermittelte ihnen hier ein Gefühl der Geborgenheit.
Die Architektur der Kirche
Vorrangiges Ziel beim Bau von St. Hedwig war für den Architekten Friedrich Zwingmann die Einbeziehung der Ordnung und Schönheit der Schöpfung. Unter diesem Leitgedanken sind die vom Innenraum einsehbaren Innenhöfe, in denen Wasser, Baum und Pflanzen mehr als bloße Ausschmückung bedeuten, die Glasscheiben in den großen Wandkieseln der Kapelle, die die Natur geradezu ins Innere hereinholen, zu verstehen.
Der quadratische Innenraum umschließt den Besucher. Vier Pilzpfeiler münden quadratisch in die Decke und verleihen ihr eine schwebende Leichtigkeit. Bevor zu einem späteren Zeitpunkt oben farbige Fenster eingesetzt wurden, schienen sie das Dach frei zu tragen. Die Geometrie der Betonkonstruktion verwandelt sich im durch die Fenster eindringenden Sonnenlicht. Die sieben Meter hohen Wände der oberen Zone sind in drei Segmente gegliedert, die nur an einer Stelle, in der Mitte der Altarwand, durchbrochen werden. Um den Wänden Leichtigkeit zu verleihen, entwickelte Zwingmann ein besonderes Material, das es ermöglichte, dem Beton, nach der Bearbeitung durch den Steinmetz, eine aufgeraute, fellartige Struktur zu verleihen.
Der quadratische Innenraum umschließt den Besucher. Vier Pilzpfeiler münden quadratisch in die Decke und verleihen ihr eine schwebende Leichtigkeit. Bevor zu einem späteren Zeitpunkt oben farbige Fenster eingesetzt wurden, schienen sie das Dach frei zu tragen. Die Geometrie der Betonkonstruktion verwandelt sich im durch die Fenster eindringenden Sonnenlicht. Die sieben Meter hohen Wände der oberen Zone sind in drei Segmente gegliedert, die nur an einer Stelle, in der Mitte der Altarwand, durchbrochen werden. Um den Wänden Leichtigkeit zu verleihen, entwickelte Zwingmann ein besonderes Material, das es ermöglichte, dem Beton, nach der Bearbeitung durch den Steinmetz, eine aufgeraute, fellartige Struktur zu verleihen.
Liturgische Ausstattung und Kunstwerke
Den Altar, Ambo und die Sedilien schuf Friedrich Zwingmann, das Altarkreuz und die Leuchter Hans Helmut Dietrich. Die Statue der heiligen Hedwig ist die Kopie einer spätgotischen Skulptur aus Niederbayern, die Skulptur der Madonna mit Kind stammt aus dem Hegau. Die modernen Bilder der Kreuzwegstationen in der Kapelle malte Sepp Biehler. Hier stehen auch der Taufstein und der Ständer für die Taufkerze von Emil Wachter aus dem Jahr 2002. 1977 entwarf Wachter den Teppich für die Altarwand mit den Szenen aus dem Leben der heiligen Hedwig, den Mitglieder der Gemeinde unter seiner Anleitung stickten. Die farbigen Glasfenster wurden nach Entwürfen Wachters in Karlsruhe hergestellt. Das untere Lichtband, das nach der Fertigstellung der Kirche das einzige farbliche Element im grauen Beton war, stellt die Natur in den vier Jahreszeiten dar. Zunächst erscheint das Wasser, das im gesamten Werk Wachters als Sinnbild des Lebens eine große Rolle spielt, in seinen verschiedenen Aggregatzuständen: angefangen vom bedrohlichen Dunkelgrau des starren Eises im Winter über zaghaft fließende Grün- und Blautöne des Vorfrühlings bis zur sprudelnden Lebendigkeit im Frühling. Über dem Südeingang leuchtet die Pracht des Sommers in sattem Rot und Blau, während über dem Nordeingang Gold, die Farbe des Reifens und der Ernte, vorherrscht. Im oberen, bei der Sanierung im Jahre 1993 eingesetzten Lichtband spricht der Künstler das Thema der drei Jünglinge aus dem Buch Daniel an. Nachdem sie unversehrt den Feuerofen verlassen haben, rufen sie die ganze Schöpfung zum Lobpreis Gottes, ihres Retters, auf: das Wasser, Sonne, Mond und Sterne, die Tier- und Pflanzenwelt sind auf den Fenstern dargestellt. Über der Mitte der Altarwand leuchten drei große Sonnen in einem blauen Feld: sie stellen die heilige Dreifaltigkeit dar.
Die theologische Botschaft Emil Wachters auf den Wänden
Der Künstler entwarf und überwachte die Ausführung der Wandreliefarbeiten. Die spätere Ausmalung der Kirche sah er als Fortschreibung seines ursprünglichen Werkes an. Durch die Verdeutlichung seiner Plastiken an den Wänden mit Farbe wollte er den Innenraum festlich gestalten. Die Farbgebung der Wände hat Symbolcharakter: Rot steht für Liebe und Tod, Gelb oder Gold wie auch Weiß ist Symbol des Göttlichen, Blau ist die Farbe des Kosmos, des Ewigen und auch der menschlichen Sehnsucht. Grün setzt er an den Stellen ein, wo er das Geschenk des Lebens betonen will. Die Kirche ist als Triptychon mit dem Altar als Mittelstück zu verstehen. Die Leere der hinteren Wand mit der Orgel symbolisiert unsere Bereitschaft für den aus der Altarwand kommenden Aufruf. An den übrigen Wänden stellt Emil Wachter die Heilsbotschaft jeweils in einer Dreigliederung dar. Das Thema gibt die letzte Zeile des apostolischen Glaubensbekenntnisses vor: Die Hoffnung auf ewiges Leben. Überall, wo der Künstler den Tod thematisiert, erscheint hinter dem Grab neues Leben in Form von Pflanzen. Der Darstellung des Todes in Gestalt eines Untiers im linken Vorhof entspricht auf der andern Seite die große blaue Blume als Sinnbild des Lebens. Die Südwand greift Themen aus dem Alten Testament auf. Wasser in Fülle, eine Art Orientteppich, Pflanzen erinnern an die Hochkulturen des Orients, an den Ursprung des Stammvaters Israels, Abraham. Die üppige Vegetation ist Zeichen der Heilshoffung. Es folgen die bäuerlichen Kulturen am Nil, wo die kleinen Hütten Israels Knechtschaft in Ägypten verkörpern. Höhepunkt dieser Wand ist die Szene, wo Moses sein Volk unter dem Schutz seines Mantels aus Ägypten herausführt und mit ausgestreckten Armen seine Hoffnung auf den in der Feuersäule verborgenen Gott setzt. Ein weiteres Bild für Rettung ist die Gestalt des Jonas, den der Fisch aus seinem zangenförmigen Maul speit und dem Leben zurückgibt. Die Nordwand vollendet das im Alten Testament begonnene Thema der Erlösung mit Jesu Botschaft im Neuen Testament. In drei Darstellungen zeigt sie die Passion Christi, das Zerreißen des Tempelvorhangs bei seinem Tod und das Pfingstereignis. Auf die Überwindung des Todes weist die gelbe Blume über dem Grab hin. Die Funken der „Pfingstfeuerrose“ verbreiten den Geist Gottes. Während sich die linke Seite dieser Wand noch mit Bildern des Gerichts beschäftigt, erscheint rechts ein großer blauer Kreis mit zwei Samenkörnern in der Mitte: der kosmische Christus als Erfüllung aller Hoffung und Inbegriff der Freude. Von ihm geht neues Leben aus, was die Ströme von Wasser und die Pflanzen andeuten. Der Triumpf des Lebens über den Tod setzt sich auf der linken Seite der Altarwand fort: Göttliches Weiß im Tau-Kreuz drängt die rote Linie des Blutes an den Rand, ihm entspringende Blumen und Wasser feiern die Geburt neuen Lebens. In Weiß und Gold gehaltene, wie Paläste anmutende Gebäude schließen sich an, eine Andeutung des himmlischen Jerusalems, das uns Jesus als ewige Wohnstätte verheißen hat. Die Harmonie dieser Anlage steht im Gegensatz zu dem unruhig wirkenden Gebilde auf der rechten Altarseite, welches das Chaos des Turmbaus zu Babel darstellt. Überheblichkeit und Zerstörung treffen auch auf unsere Zeit zu. Die Hoffnung, dass Gottes Offenbarung auch im Chaos wirkt, veranschaulicht der goldene Turm mit der dazu gehörenden Schrift: “ Komm, Herr Jesus.“ Drei von Vögeln bewohnte Bäume, Symbol für Glaube, Hoffnung und Liebe, beherrschen die Mitte der Altarwand. Sie mögen an die drei Männer, die Abraham bewirtet, erinnern, aber auch als Zeichen für die Waldstadt und ihre Bewohner gedacht sein. Brigitte Beer-Rothenberger
Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung der Kirche St. Hedwig in der Waldstadt. Es gäbe bestimmt mehr darüber zu sagen. Doch lassen Sie die Kirche auf sich wirken, geniessen sie die einzigartige Gestaltung. Mehr Informationen finden Sie im Kunstführer Nr. 2177 aus dem Verlag Schnell & Steiner.
Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung der Kirche St. Hedwig in der Waldstadt. Es gäbe bestimmt mehr darüber zu sagen. Doch lassen Sie die Kirche auf sich wirken, geniessen sie die einzigartige Gestaltung. Mehr Informationen finden Sie im Kunstführer Nr. 2177 aus dem Verlag Schnell & Steiner.


