Kirche Bruder Klaus
Der Stadtteil Hagsfeld im Nordosten Karlsruhes
Wer sich für die Geschichte unseres Stadtteiles interessiert, greift am besten zum 12. Band des Karlsruher Stadtarchivs: „1000 Jahre Hagsfeld”, 1991, herausgegeben von Gerhard Friedrich Linder. Auf den Seiten 306 bis 309 ist in diesem Werk auch die „Geschichte der katholischen Kirchengemeinde” beschrieben.
Geschichte der Filialgemeinde St. Nikolaus von Flüe (Br. Klaus)
Als 1902 die Bernhardusgemeinde am Durlacher Tor gegründet wurde, umfaßte diese neue Pfarrei das Gebiet der Innenstadt ostwärts der Kronenstraße, die ganze Oststadt, sowie die Vororte Rintheim, Hagsfeld und Blankenloch. Bis 1960 kamen die wenigen Katholiken aus Hagsfeld in die Notkirche (Ernststraße 19) nach Rintheim. Der damalige Pfarrer Josef Junker sorgte mit Hilfe der Gesamtkirchengemeinde für einen Kirchen-Bauplatz in der gerade entstehenden Neuheck-Siedlung an der Waldeckstraße. Am 15. Mai 1960 fand der erste Gottesdienst in der Holz-Notkirche statt, gefeiert von Stadtdekan Karl-Josef Fluck. Dieser Holz-Bau stand bis dahin am Festplatz als „Friedenskirche” - Geschenk amerikanischer Freikirchen.
Weil in St. Martin/ Rintheim bis 1970 eine Kaplans-Stelle bestand, liefen alle seelsorglichen Initiativen in die Richtung, dass Hagsfeld bald eine eigene Pfarrei würde. Nachdem der letzte Kaplan, Richard Jäger, ohne Nachfolger blieb mußten wir umdenken. Dabei blieb der Plan, eine Kirche mit Kindergarten und Gemeidehaus zu errichten lebendig. Architekt Friedrich Zwingmann legte einen Entwurf vor, der möglichst alle Funktionen unter ein Dach brachte. Das Modell wurde dem Bau-Referenten in Freiburg vorgestellt und fand Zustimmung. Die Variations-Möglichkeit: Große Kirche - Kleiner Saal und umgekehrt wurde durch den Einbau schalldichter Trennwände erreicht. Dabei war der Wunsch von Erzbischof Hermann Schäufele erfüllt, dass der Altarraum immer vor Profanierung geschützt werde. Es kam dem ganzen Vorhaben zugute, daß im hohen Maße Gegenleistungen von Gemeindemitgliedern erbracht wurden. Drei Namen mögen für alle stehen: Es waren die „Drei Musketiere” Munn, Moritz und Nonnenmacher, von denen der Architekt einmal sagte: „Die drei müßte man in Gold einrahmen.”
Mit großer Freude feierten wir im Advent 1976 die Altar-Weihe mit dem damaligen Weihbischof Oskar Saier, verbunden mit der Firmung. Für den Innenausbau der Kegelbahn hatten sich die Mitglieder des Männervereins verpflichtet und mit Hermann Danner, sen. stand auch schon ein Mesner bereit, der nun mit der Kirche silbernes Jubiläum feiern kann. Als Verwalter bewährte sich in größter Zuverlässigkeit Stiftungsrat Hans Hohenschürz.
Leider konnte der vorgesehene Kindergarten nicht gleich eingerichtet werden, weil damals die Kinder dafür fehlten. In die Räume zog dann eine Hausmeisterfamilie und die Pfarr-Bücherei ein.
Gleichsam als Verbindung zwischen Gemeindehaus und Natur schuf Prof. Emil Wachter eine Beton-Plastik im Treppenhaus mit dem Baum des Lebens, den Stamm-Eltern, vielen Tieren und Blumen.
Im Chor-Raum fand die von Dettlinger/ Freiburg 1902 für St. Bernhard gestaltete Kreuzigungsgruppe ihren endgültigen Platz, nachdem sie von 1922 bis 1959 die Rintheimer Notkirche schmückte. Das Lesepult mit den Evangelisten-Symbolen kam 1992 zu Ehren beim Karlruher Katholikentag im Schlossgarten. Im Jahr 1982 schuf Bildhauer Berthold Rumold ein Relieff für die Chorwand: St. Nikolaus von Flüe weist hin auf Christus - über ihm die Hand Gottes, in die eine Reliquie des Kirchenpatrons eingefügt ist. Vollendet wurde die Bruder-Klaus-Kirche sozusagen durch die Weihe der neuen Orgel am 28. Januar 1996 und die Übernahme der beiden Glöckchen der Rintheimer Notkirche. Mögen diese noch lange erklingen und an Bruder Klaus erinnern mit seinem Gebet: „Herr, mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir."


